


Datum,Ort: 11.3.2020, ZWEIUNDSECHZIG, Waldhausener Str. 62, 41061 Mönchengladbach
Projektleitung: Anja Reinboth
Beteiligte Person/en (mit Rollen) : Will (DJ-Set Wiggle), Anja (Moderation Offene Bühne), Jonas, Anja (Werbung), Farhad (Technischer Support), Manu, Annie, Benedikt, Laura, Henry (Sonstiger Support)
Kooperationspartner: Will (DJ-Set Wiggl
Ausgangspunkt war die Veranstaltung „Mutprobe“ am 26.10.2019 im Hauptquartier von SCHREI AUF e.V. auf der Waldhausener Str. 62 mit vielen verschiedenen Angeboten. Interaktivität wird bei vielen Veranstaltungen von SCHREI AUF e.V. groß geschrieben. So wurde auch eine Möglichkeit gesucht, wie man das Publikum auf poetische Weise beteiligen könnte. Es brauchte ein Konzept, dass möglichst jeder, auch nicht Kunst talentierte ausführen konnte. Zudem sollte es unterhaltsam, kurzweilig sein und möglichst viele Menschen ansprechen.
Nicht jeder Mensch ist ein Dichter, aber Worte haben wir alle. Die Idee war, Pärchen auf der Bühne „gegeneinander“ antreten zu lassen. Gemeinsam sollten sie dann einen Text dichten. Zu einem Thema, was das Publikum lieferte, Hierfür durften sie abwechselnd jeder zwei oder drei Worte sagen. Nach drei Minuten war die Zeit um. Und die nächsten zwei Freiwilligen kamen auf die Bühne. Da es nur eine Aktion unter vielen war an diesem Tag, fand es im Innenhof statt. Zwei Stühle und eine Sanduhr reichten. Ein Poetenpaar von SCHREI AUF e.V. eröffnete.
Man nannte es damals noch „Minute Poesie“. Denn zunächst wollte man die Zeit auf eine Minute begrenzen. Noch während der Phase der Vorbereitung wurde aber klar, dass es schon mindestens drei Minuten sein sollten, damit sich Teilnehmende wie Publikum auch auf das jeweilige Setting einlassen konnten.
Es wurde auffallend viel gelacht. So versuchte doch jeder mit seinen Worten dem Gesagten des Anderen eine Krone aufzusetzen und irgendwie zu punkten. So entstand zwar ein Wort-Duell, aber eines der gemeinsamen Art.
Man sah Potential darin, auf Grundlage dieses Konzepts eine Veranstaltung zu entwickeln, welche regelmäßig stattfinden könnte. In Anlehnung an Sessions für Musiker wollte man den Begriff Jam verwenden und POESIE-JAM war geboren.
Erst- und bisher einmalig wurde POESIE-JAM durchgeführt am Mittwoch, den 11.3.2020 in den Räumen des Hauptquartiers von SCHREI AUF. Die Bühne war gemütlich, wohnzimmerhaft gestaltet. Eine große Zimmerpflanze, zwei Stühle sowie ein kleines Licht genügten. An die Wand war die Sanduhr projiziert, so dass man den Ablauf der drei Minuten jeweils verfolgen konnte.
Geplant waren zwei Mal Offene Bühne für je 45 Minuten. Das Konzept für die Offene Bühne wurde dabei komplett von „Minute Poesie“ übernommen.
Um den Gästen Raum und Möglichkeit des Austauschs zu geben, wurde für die Veranstaltung ein DJ gewonnen. Dieser hatte die Aufgabe, vor, zwischen und nach der Offenen Bühne mit seiner Musik eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher sich die Menschen unterhalten, kennen lernen und auch verabreden, gegenseitig fordern konnten, beim nächsten Set gemeinsam auf die Bühne zu gehen.
Tatsächlich war es sehr einfach, die Gäste zu begeistern, auf die Bühne zu kommen. Es wurde viel gelacht. Die Gäste fühlten sich unterhalten und waren die gesamte Zeit über konzentriert bei der Sache.
In der „Pause“, die der DJ gestaltete wurden erste Rückmeldungen zum Konzept gegeben und tatsächlich Mut gefasst, sich zu verabreden, beim nächsten Set an der Offenen Bühne teilzunehmen.
Schon im Vorfeld wurde Interesse geweckt. Einzelne kamen mit der festen Absicht, auf der Bühne ihr Können zu zeigen.
Tatsächlich konnten alle anwesenden Gäste dazu bewogen werden, auf die Bühne zu gehen. Zu überzeugend war das Konzept und die Einfachheit der Angelegenheit. Auch sprachlich zeigte sich das, indem man sich z.B. in der „DJ-Pause“ verabredete mit den Worten: „Willst Du gleich mal mit mir spielen?“ Überraschend! POESIE-JAM wurde einem Spiel gleich gesetzt. Leichtigkeit, Unterhaltung überwog.
Das erste Set der Offenen Bühne von 45 Minuten wurde für viele als zu kurz empfunden. Offenbar erzeugte jeder weitere Auftritt bei den Gästen mehr Mut, es nun selbst einmal zu probieren.
Das Konzept selbst wurde von vielen Anwesenden gelobt und für gut befunden.