






Projektname: Performatives Konzert
Datum, Ort: 01.08.2020 bis 31.12.2020
Projektleitung: Henry Skibbe
Beteiligte Person/en (mit Rollen): Henry Skibbe (organisatorische Leitung), Clemens Paschke (technische Leitung), Max Meyer (pädagogische Leitung)
Kooperationspartner: Klong Kollektiv, Exlex e.V.
Der Entstehungsgedanke für das „Performative Konzert“ resultierte aus den Erfahrungen als begleitender Musiker, welche Henry Skibbe innerhalb der Theaterproduktionen „SCHREI AUF“ (2017) und „Hässlich“ (2018) machen konnte. Der Kern der Projektidee war es gemeinsam mit den Teilnehmer*innen experimentelle Klangerzeugnisse und Instrumente zu konzipieren, umzusetzen und in einen performativen Kontext zu setzen. Das „Performative Konzert“ machte es sich somit zur Aufgabe die Welt der Klänge mit darstellender und gestaltender Kunst zu verbinden und eine szenische und klangvolle Darbietung in Form eines Konzerts zu schaffen. Hierbei wurde der Begriff eines Konzerts im klassischen Sinne frei interpretiert. Letztlich sollten die Instrumente durch die Erarbeitung eigener Szenen, Choreografien oder Installationen in zwei Aufführungen im Projekt 42 präsentiert werden. Die Teilnahme an dem Projekt wurde öffentlich ausgeschrieben und richtete sich an Personen ab dem 18. Lebensjahr
Konzeptionell wurde das Projekt in drei Phasen aufgeteilt:
1. Phase: Hinhören
Die erste Phase diente den sechs Teilnehmer*innen zunächst, um sich kennenzulernen und einen Einstieg in das Projekt zu finden. Hierbei wurde das Thema Klang und Assoziationen zu Gefühlen und Zuständen intensiv beleuchtet. Durch spielerische Übungen, das Experimentieren mit Materialien und klangerzeugenden Gegenständen und Gruppenarbeiten wurden den Teilnehmer*innen der Begriff des Klangs in seinen Facetten nähergebracht und zeitgleich durch den Austausch und das gemeinsame Arbeiten aus den Teilnehmer*innen eine Gruppe geformt.
2. Phase: Mit Klang arbeiten
Nachdem den Teilnehmer*innen verschiedene Werkstoffe und ihre spezifischen Klänge nähergebracht wurden, startete die zweite Phase: Mit Klang arbeiten. Hierbei wurde die Gelegenheit geboten, die in der Werkstatt von Clemens Paschke zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen und erste Entwürfe zu realisieren, zunächst als theoretischer Plan, anschließend als Prototyp und letztlich als fertiges Instrument/Klangerzeugnis. Im Projektverlauf wurden den Teilnehmer*innen hierfür Werkstatttermine, einzeln und als Gruppe angeboten, an denen sie mit Begleitung durch Clemens Paschke an ihren Ideen arbeiten konnten. Die Ergebnisse der Konzept- und Bauphase resultierten schließlich in 9 Instrumente und Klangerzeugnisse: Das Orchester, das Flaschophon, der Zupfbogenbass, das XXL-Regenrohr, die Rohrgel, das Boot, die zwei Tänzer, die Rotationszupfe und der lange Atem. (siehe Fotos)
3. Phase: Performen
Den Verlauf des Projektes begleitend wurden im Plenum anfänglich Assoziationen zum Thema Klang, Szenarien und Darstellungsmöglichkeiten gesammelt, welche den Rahmen der performativen Darstellung in Form der zwei Präsentationen darstellen sollten. Die Gruppe einigte sich auf eine Collage, welche in vier Akte unterteilt ist und die Beziehung zwischen Klang und Gefühlen, welche beim Publikum ausgelöst werden sollen, aufgreift. Zu Beginn der letzten Projektphase, dem Zusammenschluss der Instrumente und Klangerzeugnisse und der Dramaturgie in einen performativen Kontext und schließlich der Probenphase, zeichnete sich jedoch schnell ab, dass aufgrund des zunehmenden Infektionsgeschehens im Zusammenhang mit dem Coronavirus, eine Präsentation in Form einer Aufführung vor Publikum auszuschließen ist. Auch die weitere Zusammenarbeit in der Großgruppe gestaltete sich aufgrund der Kontaktbeschränkungen als schwierig. Als Alternative zu den geplanten Aufführungen entschied sich die Gruppe dazu, stattdessen ein Video zu produzieren in dem die Instrumente vorgestellt werden und das Projekt im Jahr 2021 weiterzuführen in der Hoffnung die Präsentationen durchführen zu können. Für die technische Realisierung und Produktion des Videos wurde Exlex e.V. hinzugezogen. Das Projekt fand somit zunächst seinen Abschluss in Form des Videos, welches auf YouTube, Instagram und Facebook zu sehen ist.
Das veröffentlichte Video wurde über die Social-Media-Plattformen von SCHREI AUF e.V. und dem Klong Kollektiv, sowie weiteren Kulturinstitutionen der freien Kulturszene in Mönchengladbach geteilt. Die Resonanz fiel durchweg positiv aus, zudem wurde das Ziel erreicht, das Interesse der Zuschauer*innen auf eine Fortsetzung durch den Teaser-Charakter des Videos zu wecken. Innerhalb der Gruppe entwickelte sich ein starker Zusammenhalt und eine Entschlossenheit, das Projekt in seiner geplanten Form durch die Aufführungen im Projekt 42 abzuschließen und auf den erreichten Meilensteinen im Projektverlauf aufzubauen.