SCHREI AUF e.V.

FAHndung

Projektname: Fahndung (1)

Datum, Ort: 04.09.-09.09.2020, Waldhausener Straße 62

Projektleitung: Laura Heyer, Henry Skibbe, Jens Lindackers

Beteiligte Personen: Ausstellende KünstlerInnen: Anne Hartmann, Lucie Schulze, Jonas Gladbach,
Heiner Schmidt

Vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie und den damit einhergehenden Verboten, Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen für Besuchende durchzuführen bzw. hierfür strenge Voraussetzungen erfüllen zu müssen, ist im Verein die Idee entstanden, eine Ausstellungsreihe zu organisieren. So konnte der Verein wieder öffentlich wahrnehmbare Veranstaltungen durchführen, Kunstschaffende hatten die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und Besuchende konnten, dank eines entsprechenden Hygienekonzepts, im sicheren Rahmen die Werke verschiedener Ausstellenden genießen. Das Headquarter des SCHREI AUF e.V. hat sich hierfür als gut geeignet erwiesen, da die Ausstellungen in einem Rundlauf begehbar sind und so keine neuralgischen Punkte entstehen, an denen es beim Durchlauf zum stocken kommt. Das Konzept wurde für idealerweise vier Kunstschaffende ausgelegt, um die vorhandenen Räumen, auch hinsichtlich einer abwechslungsreichen Präsentation, auszunutzen. Die Idee, das Konzept ‘Fahndung’ zu nennen, entstammt der Idee, ein griffiges Marketingkonzept zu entwickeln, bei dem die Ausstellenden als gesuchte Personen dargestellt werden, deren ‘Taten’ bei den Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und die Kunstschaffenden dazu befragt werden können.

Bei der ersten Ausgabe der Fahndung waren Anne Hartmann, Lucie Schulze, Jonas Gladbach und Heiner Schmidt die ausstellenden Personen. Anne Hartmann stellte Gemälde aus. Ihre Kunst ist, laut Selbstbeschreibung morbider Expressionismus, ein Ausflug in die (Un)Tiefen der menschlichen Existenz und ihre Motive dem gesellschaftlichen Druck entsprungen. Lucie Schulze präsentierte auf der Ausstellung Photographien, die während ihrer Streifzüge durch die Straßen Deutschlands entstanden sind. Denn für ihre Kunst streift sie, mit dem Fotoapparat als Prothese in der Hand,durch die Städte und hält durch die Kamera hindurch Interaktionen fest, die sonst verborgen bleiben würden. Jonas Gladbach präsentierte, ausgehend von seinem dato jüngsten Sujet Biotop (Wald) als Gegenstand der Betrachtung, entsprechende Photographien, die dabei entstanden. Erkennbar daran war das Spannungsfeld zwischen Kunst und Dokumentation, welches er stets nutzt, um die Grenzen und Möglichkeiten der Photographie auszuleuchten. Heiner Schmidt stellte verschiedene Portraitmalereien aus. Denn der Mensch in seiner eigenen Welt und seinen Facetten steht im Fokus seiner Kunst, wobei er stil- und technikübergreifend arbeitet, von der Bleistiftzeichnung bis zum Ölbild, wobei häufig auch der Stilmix zum Einsatz kommt.

Das Konzept stieß bereits im Vorfeld auf großes Interesse. Speziell die Plakatwerbung polarisierte durch die Darstellung der Ausstellenden als gesuchte Personen, es entstand also eine für Plakatwerbung gute Aufmerksamkeit für die Ausstellungsreihe. Und so war die erste Ausgabe der Fahndung auch sehr gut besucht. Insgesamt kamen 231 Personen in die Waldhausener Straße 62, um sich die Werke der Kunstschaffenden anzuschauen. Speziell die Vernissage (44 Besuchende) und der darauf folgende Samstag (86 Besuchende) waren hier äußerst zufriedenstellend, aber auch an den Folgetagen fiel die tägliche Zahl nie unter 19. Für die erste Ausstellung eines Vereins aus der subkulturellen Szene, die dazu auch an sechs aufeinander folgenden Tagen stattfand, sind die Zahlen als sehr positiv zu bewerten und waren so nicht zu erwarten. Auch die persönlichen Rückmeldungen während der Öffnungszeiten waren durchweg positiv. Hilfreich hierfür war, dass die Kunstschaffenden vor Ort waren und zum Austausch bereit standen. Die erste Fahndung wurde also als voller Erfolg bewertet und hat den Grundstein für ein neues Veranstaltungsformat des Vereins gelegt.

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