SCHREI AUF e.V.

FAHNDUNG 2

Projektname: Fahndung (2)
Datum, Ort: 02.10.-07.10.2020, Waldhausener Straße 62
Projektleitung: Laura Heyer, Henry Skibbe, Jens Lindackers
Beteiligte Personen: Ausstellende KünstlerInnen: Nastya aka Peraspera Adastra, Max Meyer,
Clemens Paschke, Tim Koehler

Vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie und den damit einhergehenden Verboten, Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen für Besuchende durchzuführen bzw. hierfür strenge Voraussetzungen erfüllen zu müssen, ist im Verein die Idee entstanden, eine Ausstellungsreihe zu organisieren. So konnte der Verein wieder öffentlich wahrnehmbare Veranstaltungen durchführen, Kunstschaffende hatten die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und Besuchende konnten, dank eines entsprechenden Hygienekonzepts, im sicheren Rahmen die Werke verschiedener Ausstellenden genießen. Das Headquarter des SCHREI AUF e.V. hat sich hierfür als gut geeignet erwiesen, da die Ausstellungen in einem Rundlauf begehbar sind und so keine neuralgischen Punkte entstehen, an denen es beim Durchlauf zum stocken kommt. Das Konzept wurde für idealerweise vier Kunstschaffende ausgelegt, um die vorhandenen Räumen, auch hinsichtlich einer abwechslungsreichen Präsentation, auszunutzen. Die Idee, das Konzept ‘Fahndung’ zu nennen, entstammte der Idee, ein griffiges Marketingkonzept zu entwickeln, bei dem die Ausstellenden als gesuchte Personen dargestellt werden, deren ‘Taten’ bei den Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und die Kunstschaffenden dazu befragt werden können.

Bei der zweiten Auflage der Ausstellungsreihe Fahndung war eine Mischung aus Bildern und Installationen zu sehen. Die Künstlerin Peraspera Adastra aus Sibirien stellte Portraits von Menschen aus ihrer Umgebung, aber auch von sich selbst aus. Sie malt und zeichnet Bilder von sich und anderen, um damit ihre Eindrücke und Gefühle künstlerisch auszudrücken. Von Tim Koehler waren verschiedene Bilder und Installationen zu sehen. Er arbeitet meist eher intuitiv mit verschiedenen Werkstoffen, weshalb seine Werke nicht die eine klare Vorstellung übermitteln,sondern durch die ihnen eigene bunte, bisweilen aber auch düstere, und kryptisch anmutende Komposition viel Raum für intensive Auseinandersetzung und viel Interpretation lassen. Der Künstler Clemens Paschke steuerte zwei große Installationen zu der Ausstellung bei, zudem gab es verschiedene kleine Werke aus dem Bereich seiner Objektkunst zu sehen. Er arbeitet mit alltäglichen Gegenständen, um in Verbindung mit Licht und Klang gewohnte Muster aufzubrechen und die Offenheit dafür zu schärfen, neue Zusammenhänge und Erfahrungsräume zu erleben. Max Meyer stellte auch verschiedene Bilder und Installationen aus. Hinter seiner Kunst steht der Versuch, das scheinbar Unbegreifliche darzustellen und dadurch neue Blickwinkel im Hinblick auf die Möglichkeit zur Veränderung entstehen zu lassen. Zudem führte er eine Live-Malerei während der Öffnungszeiten durch, an dem sich auch Besuchende der Ausstellung beteiligen konnten und so Mitwirkende an dem finalen Werk waren. Zusätzlich hat die Gruppe gemeinsam eine große Installation für die Ausstellung gebaut, unter dem Namen ‘Die Maschine’. Dieses Kunstwerk zeichnete sich neben dem Detailreichtum durch einen interaktiven Charakter aus.

Nachdem die erste Ausgabe der Fahndung schon ein voller Erfolg war hat die Nummer zwei nahtlos daran angeknüpft. Im Bereich der Besuchendenzahl ist sie mit insgesamt 311 Menschen sogar noch stärker frequentiert gewesen, was im wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass der während der Ausstellung stattgefundene Altstadtflohmarkt der Initiative Altstadt geschickt genutzt wurde und die Öffnungszeit der Ausstellung an dem entsprechenden Tag (Sonntag 04.10.) an den Flohmarkt angepasst wurden. Entsprechend war der Sonntag mit 182 Besuchenden der erfolgreichste Tag der zweiten Auflage. Inhaltlich war sie auch durchschlagend, was sich unter anderem auch darin zeigte, dass die Werke einzelner KünstlerInnen den Weg in die öffentlichen Räume anderer Kultureinrichtungen auf der Waldhausener Straße gefunden haben. Zudem wurden Werke der Kunstschaffenden von dieser, aber auch der ersten Ausstellung, ausgewählt, um in anderen Ausstellungen in Mönchengladbach präsentiert zu werden. Aber auch unter den Besuchenden der zweiten Ausstellung stießen die ausgestellten Werke auf positive Resonanz. Die interaktiven Elemente, also die Live-Malerei, vor allem aber ‘Die Maschine’ waren praktisch Publikumsmagneten und wurden auch in sozialen Netzwerken nach Besuchen häufig geteilt bzw. erwähnt.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2025 SCHREI AUF e.V.

Thema von Anders Norén